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Montag, 21. November 2016

the box


Freitag, 21. Oktober 2016

sensual

das wort "sensual" kommt mir heute dauernd in den sinn. was heißt "sensual" auf deutsch? lange denke ich darüber nach, aber mir fällt keine entsprechung ein. bis ich darüber zu schreiben anfange. "sinnlich" weiß ich plötzlich.

heute werde ich von mir selbst immer und immer wieder darauf hingewiesen, mein leben sinnlich wahrzunehmen. so nehme ich wahr: meinen steifen nacken, meinen atem, wie er die selbstliebe in mir öffnet. ich fühle mich geborgen, die angst in meinem herzen fühlt sich auch geborgen, die luft riecht nach waschmittel, als ich über die himmelsbrücke gehe. es gibt 2 bettler dort, ich erschrecke, als ich an einem vorbeigehe. ein anderer ist gerade aufgestanden, er hat dort übernachtet, wo unterhalb dauernd unzählige autos durchfahren. er schaut verwirrt aus. und ich frage mich, wie er so leben kann. dann steht dort ein zigeuner, der auf seiner geige spielt. ich nehme wahr, was er spielt als ich an ihm vorbeigegangen bin. waren da falsche töne dabei? seine art der bestrafung durch dissonanz. elegant und effektiv. wer ihn inspiriert, der bekommt schöne harmonien zu hören.

in der früh bin ich durch den wald im großstadtdschungel gegangen. feuchte erde und luft. ich nehme tiefe atemzüge und begrüße die bäume und die natur. die blätter im urwald sind noch nicht gelb. das ist erstaunlich, weil sie es anderswo schon sind. mir kommt in den sinn, dass es eine kleingruppenübereinkunft der bäume gibt, die beschließt, dass sie mit dem blätterabwerfen noch warten. nach dem motto: we do it as a group, together.

so erlaube ich mein neues leben durch meinen körper, den ich nur geliehen habe. ich weiß, dass ich bald meinen eigenen körper haben werde, mit meiner eigenen dna. ich lasse mich in mich fallen und streicheln, mit jedem atemzug kommt mehr von meiner selbstliebe durch. das ist ein sehr sinnliches gefühl, eingebettet in das übersinnliche zu sein. getragen. das entspannt mich und mein zimmerbrunnen plätschert zustimmend. es passiert tatsächlich!

Mittwoch, 19. Oktober 2016

trägheit und veränderung

manchmal, so wie jetzt eben kommt mir vor, dass mir jemand auf die finger schaut oder haut, wenn ich zu schreiben anfangen will. die physiker würden von trägheit sprechen:  den jeweiligen zustand beibehalten. das ist in der tat ein erstaunlicher zustand, diese trägheit. sie verhindert veränderung, wenn sie von außen (eine andere kugel knallt auf dich) angestoßen wird. und das ist manchmal gut, weil du immer mehr so wirst, wie dich die kugel, die dich trifft haben will.

wirkliche veränderung konmmt nur aus dir. das beste vehikel dafür ist, dass du so frustriert mit dir selber und anderen bist, dass du aufgibst dein leben kontrollieren zu wollen, dass du dir erlaubst, deine waffen wegzuwerfen, die du glaubst im leben haben zu müssen. ich meine die waffen des verstandes und der durch sie produzierten gefühle.

als nächstes verzweiflung und tiefe depression. was für wunderbare werkzeuge für veränderung. deine gedanken drehen sich im kreis und erzeugen einen schwarzen wirbel in dir, der immer zäher und zäher wird, bis alles nur noch eine schwarze suppe ist. stillstand, völlige selbstaufgabe. welch wunderbarer zustand, du gehst aus raum und zeit in den stillstand des nichts. kein gedanke und kein gefühl hat mehr eine bedeutung. du glaubst es geht nicht mehr tiefer, du bist ins schwarze loch gefallen. wie wunderbar. deine sinne haben keine bedeutung mehr, du bist nicht mehr ansprechbar. nichts, was dir etwas bedeutet. so sitzt du da, wochen, monate oder jahre.

plötzlich die veränderung. und es ist zuerst eine veränderung, wodurch (durch welche sinne) du wahrnimmst. du hast alle deine menschlichen wahrnehmungen aufgegeben und das ist die zeit, wo du aus einem neuen ort wahrnimmst, ein ort, der so überlagert war von bewegung, gedanken und gefühle, dass er einfach übersehen worden ist. es ist eine art realisation. langsam realisierst du, dass du auch existierst, wenn alles ausgeschalten ist, was du bisher gekannt hast. du hast dir erlaubt, ins nichts zu gehen und dort geschieht das wunder: du realisierst, dass du immer schon dort warst und gleichzeitig dein leben als mensch gelebt hast.

das wird dein leben für immer und ewig nachhaltig verändern. du realisierst, dass du dich für dieses leben entschieden hast und du hast dich entschieden in diesem leben diese tiefgreifend verändernde erfahrung zu machen, die mit frustration, verzweiflung und depression, sinnlosigkeit begonnen hat. du bekommst eine neue perspektive in dein leben. du siehst dich selber aus der zeitlosen perspektive deines eigenen bewusstseins, das hinter dem lärm deines bisherigen lebens versteckt gewesen war.

das ist der kosmische witz aufgrund dessen du in schallendes gelächter ausbrechen wirst: es gibt nichts zu heilen. life is life is life und es ist, was es ist. eine erfahrung, die dich zu dir selber führen kann.

Freitag, 30. September 2016

Freitag, 16. September 2016

Mittwoch, 14. September 2016

angst revisited

angst revisited

da fliegt eine feder durch die luft, sie ist weiß und flaumig und läßt sich vom wind tragen.

gravitation. hat angst gravitationskraft? wenn ja, wird dann die gravitation weniger, wenn sie herauskommt und losgelassen wird.

zeit erzeugt gravitation und elekromagnetische phänomene.

die angst entkommt aus meinem herzen jetzt fast jede nacht. ist es meine, wenn sie aus meinem herzen kommt?

raum und zeit gehen durch mich hindurch, die angst als phänomen auch, sowie alles andere. warum gewichte ich die angst dann schwerer. ist es, weil sie schwerer ist?

wenn ich expandiere gehe ich immer durch eine schicht aus angst. es ist die schicht, die die grenze zum unbekanntem markiert. löst sich die schicht dann auf, wenn ich größer geworden bin als sie?

angst mich zu zeigen in meinem unvermögen zu kämpfen, mein schwert ist aus holz und ich tue so, als sei ich ein großer ritter. nun ich bin gar kein ritter und ich lasse die alten straßen hinter mir.

wie gehe ich mit dieser angst um? sie wird aus den tiefen des einen sees hochgepumpt und in mein bewusstsein gebracht, innsbesondere wenn ich träume und schlafe. manchmal, wenn ich jemand höre, wie er wütend ist, oder wenn ich wütend bin.

ich habe angst vor der zukunft, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie die zukunft von mir schön ausschauen kann ... dabei ist die zukunft die extrapolierte vergangenheit. eine andere sicht auf die vergangenheit ändert auch die zukunft. sonst bleibt sie gleich und ich erzeuge mir das gefühl des eingesperrt sein in der zeit.

bewusstsein verändert zeit und erleben davon. angst kann wirklich spaß machen, wenn ich mich nicht an sie hänge. wer weiß schon, was morgen sein wird? vielleicht noch ein angstalptraum der meinen raum verläßt und mich leichter macht, sodass ich die fähigkeit zu fliegen erlerne?

Freitag, 9. September 2016

flow und out of flow

meine geschwindigkeit

heute in der früh, als ich aus meinem angst-alptraum aufgewacht bin, dachte ich mir, ich mache heute etwas anders in meinem leben. das erste, was zu mir gekommen ist, war dass ich die strecke von mir bis in die arbeit zu fuß gehen könnte mit der auflage: in meinem tempo und so, dass es mir am meisten spaß macht.

so bin ich um 10 vor halb acht weggegangen, über die brücke die donau entlang richtung milleniumcity. der tag war klar und sonnig, die luft frisch und feucht von den ersten herbstnebeln. wie langsam oder schnell kann ich gehen, damit ich die umgebung mit allen meinen sinnen wahrnehmen kann? ich genoß das grün der bäume und wiesen, das weiche fließen der donau, die geräusche von vögeln, die hintergrundgeräuschkulisse des handelskais hinter dem damm.

der anblick eines toten kaninchens, das offenbar von einem fahrradfahrer gekillt wurde störte meinen Strom der Freude und ich dachte mir, was hat das schon wieder zu beteuten? ein totes schwarzes kaninchen daneben ein blutfleck am asphalt? meine angst vor dem tod, mein leben in angst, das mich eines tages töten wird? und mein verstand arbeitete mindestens eine minute auf hochtouren und mein fluss war abgerissen, ich nahm nichts mehr wahr, was um mich noch passierte. so atmete ich ein paar mal tief durch und brachte mich wieder zu mir und zum fluss zurück, nach einer weiteren minute war ich wieder in meinem rhythmus, der weder schnell noch langsam war und ich erreichte die millenium city und die u6.

es war 20 vor 8 und ich beschloss 2 stationen mit der u-bahn zu fahren, die zwei, wo es durch dicht bebaute stadt geht, das war eine natürliche entscheidung, die mir einfach durch den natürlichen fluss der dinge nahegelegt wurde. dann bin ich also nur noch die letzte station zufuß gegangen und es war der weg an der spittelau vorbei, ohne autos, durch parks über den donaukanal bis dorthin, wo ich arbeite. ich war um punkt 8:01 dort.

ist das letzte ziel unverrückbar?  es macht mir herzweh und ich gehe noch immer dort hin, dabei ist die erde ein garten eden, wo alles da ist aber jemand in meinem inneren ist anderer ansicht. der innere diktator, der sagt, geh dorthin, wo du angst hast. wie freudlos ist das denn??