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Montag, 18. Januar 2016

wohin geht die reise?

meine brüder sagten, wir machen uns auf eine reise.

es war winter, so suchte ich mir passende schi und stöcke, hoffend auf ein schönes schiwochenende. die reise ging los, ich wusste nicht wohin. die mienen meiner reisebegleiter wurden immer düsterer und angespannter. vor uns war ein hoher berg aufgetaucht und die älteren waren sich einig, dass wir da rauf gehen müssten. ich bemerkte, dass ich für diese art von reise zu wenig warm angezogen war. dennoch ging ich mit den berg hinauf im wissen, dass das kein fun-spaziergang werden würde.

wir gingen eine halbe ewigkeit, die szenerien und die menschen verwandelten sich. "weißt du jetzt schön langsam, was wir hier tun?" fragte einer der anführer unseres menschenzugs. ich erinnerte mich, wo wir überall durchgekommen waren. so sagte ich ihm: "wir sind durch albanien und mazedonien  gegangen, es scheint mir, dass wir auf der flucht sind und nicht mehr zurück können.

wir sind flüchtlinge!" der anführer lachte heiser und ich wußte , dass ich recht hatte. wir kamen an eine landesgrenze, es wurde auf uns geschossen, viele meiner kameraden starben, aber es gab kein zurück, wir mussten uns der realität stellen und die war, dass viele menschen uns feindselig gesinnt waren, weil wir ihr land betraten. wir waren, wo wir waren. ein paar schafften es zur nächsten grenze.

 hier warteten frauen mit armbrüsten und schossen ihre pfeile auf uns ab. wir waren ihre feinde, einfach, weil wir immer nach vorne gingen. plötzlich sah ich eine frau mit einem langbogen, die auf mich zielte. ihr schuss traf mich direkt in den kehlkopf.

das war mein ende und ich wachte auf mit einem neuen mitgefühl für diese menschen, die ihre heimat verlassen müssen und sich oft auf eine reise ohne wiederkehr aufmachen.

wir sind teil des alten problems (angst, ausgrenzung, abwertung = triple A) und teil der neuen lösungen (neues bewusstsein). viele dieser menschen finden sich in unserer gesellschaft nicht zurecht, was bei ihnen funktioniert hat, funktioniert hier plötzlich  nicht mehr. manche wollen die zeit zurückdrehen, auch von uns. aber es gibt auch für uns kein zurück, die alten antworten lauten ausgrenzung, angst und krieg. das ist nicht, was ich in meinem leben wähle ...

das neue macht angst, aber die angst ist auf beiden seiten. und nicht nur ihre Gesellschaft ist dysfunktional, unsere ist es ebenso, siehe die hetzer, die auf abschottung und angst setzen. hat es in den letzten 2000 jahren in europa noch nicht genug kriege gegeben? akzeptanz und offenheit, neugier und die bereitschaft was neues dazuzulernen, das hilft uns weiter auf dem weg in eine friedliche welt, die so möglich ist wie noch nie zuvor.

was mir besonders weh tut, ist, dass auch unser bundespräsidentenwahlkampf bewusst über dieses thema geführt wird, auf dem rücken von menschen, die hilfe und unterstützung brauchen. sie sind auch ein teil der lösung unseres dysfunktionalen systems (politische ideenlosigkeit, machtkämpfe, populismus, bürokratie).

wie wir auf diese herausforderung antworten, wird bestimmen, ob wir auch noch in 5 jahren im frieden und wohlstand leben können.

so lassen wir also das alte, das noch nie gut funktioniert hat zurück und bauen gemeinsam an unserer neuen zukunft. das wünsche ich mir von ganzem herzen.

welche zukunft wählst du? du hast die wahl ...

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