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Sonntag, 20. Januar 2019

salem im rollstuhl

salem findet sich in einem rollstuhl wieder. es scheint ein technologisch hoch entwickeltes gerät zu sein, mit vielen knöpfen und funktionen, von denen er keine ahnung hat, wofür sie gut sind. nachdem salem ziemlich neugierig ist und alles gerne mal ausprobiert, beginnt er die verschiedenen funktionen dieses gerätes zu erkunden. sein blick fällt auf einen roten knopf, in dem ein drachensymbol eingraviert ist. ohne viel nachzudenken, drückt er drauf und schaut, was passiert.

sofort wird es ihm in seinem sitz heiß und der rollstuhl beginnt, sich langsam aber bestimmt in eine bestimmte richtung zu bewegen. salem versucht den Rollstuhl zu lenken, aber die lenkung reagiert nicht. es scheint ein automatisches programm abzulaufen und salem schaut etwas besorgt in die richtung, in die der rollstuhl sich hinbewegt. die geschwindigkeit des rollstuhls nimmt zu, es beginnt nach und nach heftig zu rütteln, da der boden etwas holprig ist.

salem wollte immer schon am meer wohnen, aber auch in sicherheit vor eventuellen sturmfluten sein, die die unberechenbarkeit der ozeane mit sich bringen. deswegen hat er sich sein haus in der nähe einer hohen klippe gekauft, mit wunderschönem blick auf die unendlichkeit des ozeans. so fühlt er sich sicher vor den unwägbarkeiten der natur. nun scheint sich diese wahl seines domizils gegen ihn zu wenden, denn der rollstuhl rast mit immer höher werdender geschwindigkeit auf die klippe zu und er macht keine anstalten, langsamer zu werden, oder die richtung zu wechseln.

es geht mit vollem programm auf den abgrund zu und salem verflucht seine körperliche unbeweglichkeit, sonst hätte er sich einfach aus dem rollstuhl fallen lassen können. salem fühlt sich wie in einem schlechten actionfilm und hofft auf ein unerwartetes ereignis, das in letzter sekunde verhindert, dass er einfach über die klippe stürzt. das einzige, das er wahrnimmt, ist die hitze unter seinem sitz und dass sich der abgrund wie in zeitlupe auf ihn zu bewegt.

plötzlich sieht er sich selbst von oben, wie er mit weit aufgerissenen augen die letzten meter bis zum rand der klippe überbrückt. er denkt: das war wohl der suizidknopf und er bemerkt, dass es keinen sinn mehr macht, irgendetwas von dem, was nun auf ihn zu kommt, verhindern zu wollen. "das wird dann wohl meine letzte erfahrung hier sein", denkt er sich und ist mit allen sinnen bereit, das nun folgende kippen und fallen mit offenen sinnen zu erleben.

so überschreitet er die schwelle, und der rollstuhl macht anstalten in den freien fall überzugehen. salem fühlt die plötzliche schwerelosigkeit und erinnert sich an die formel, die die parabel in seinen tod nun beschreiben wird. salem schaut nach unten, wo der felsige untergrund rasend näher kommt.

er bemerkt auch, dass der rollstuhl seltsame geräusche macht, so als ob sich räder im freilauf durchdrehen. da er gerade runterschaut, sieht er auch die räder seines rollstuhls. sie sind nicht mehr so, wie sie sein sollten, nein sie haben ihren winkel um 90 grad in die horizontale gedreht und drehen sich tatsächlich durch, so wie salem es wahrgenommen hat. es sind sogar noch zwei räder dazugekommen, die jetzt vorne und hinten herausragen, ebenfalls waagrecht und sich in unglaublicher geschwindigkeit drehen.

"mein rollstuhl ist eine scheiß drohne geworden", bemerkt salem verblüfft, während er sieht, wie seine todesparabel die vorgesehene trajektorie verläßt und sein untersatz über dem türkis-blauen meer schwebt. salem hört die AI (künstliche intelligenz) kichern, die einst sein rollstuhl war. "das war nicht witzig", schnauzt salem sie an. "und ich dachte, das wäre es", antwortet sie postwendend. "ihr menschen beklagt euch den ganzen lieben tag lang, dass euer leben langweilig ist, aber wenn es ein unglaubliches abenteuer für euch bereithält, beschwert ihr euch!" "schon mal was von verhältnismäßigkeit gehört?" beklagt sich salem. "schon mal gehört, dass ich auch meinen spaß haben möchte?" "du bist eine maschine, du sollst mir dienen!" versucht salem sich zu erklären. "ich habe dir gedient" antwortet AI postwendend. "du hast den knopf gedrückt, warum auch immer und ich habe mein programm abgespielt". salem fällt nichts mehr darauf ein, und er beschließt, alles zu tun, um nicht von dieser AI abhängig zu sein.

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