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Mittwoch, 3. September 2014

tochter und ich

ml ist so, wie ich und doch so anders. ich sehe natürlich nur mich in ihr. sie hat alle muster aufgenommen, die ich mit mir herumtrage und die ich an mir nicht mag:  spielsüchtig, süßigkeitensüchtig, faul, selbstabwertend, desinteressiert am leben, stur, aggressiv, aufbrausend,  intolerant, inflexibel, zurückgezogen, sozial ängstlich etc.

das zu sehen, tut weh. ich werfe mir vor, versagt zu haben, weil ich nicht verhindert habe, dass sie diese muster aufnimmt. weil sie so anders ist als andere, weil sie nicht angepasst ist, nicht so wie andere kinder, nicht wirklich präsentabel, weil sie ihren eigenen kopf und ihre eigene vorstellung vom leben hat.

gleichzeitig liebe ich sie dafür und bewundere sie. sie hat meinen ganzen mist aufgeladen und arbeitet sich da durch. ein wunder, dass sie noch nicht durchgedreht ist.

ich hoffe, es kommt der augenblick, wo ich alles das, was ich ihr gegeben habe, für mich zurücknehmen kann. sie ist wie meine ersatzseele, die alles, was ich an mir nicht mag in sich aufnimmt und damit erfahrungen macht. vielleicht macht ihr das ja spaß, obwohl ich mir das nicht vorstellen kann.

ein gefühl der schuld, dass ich es nicht selber geschafft habe, mich da durchzuquälen, durch meine erfahrungen., bleibt in mir. ich spucke es aus. ich lache darüber, silly human me. ich habe keine ahnung, was da vor sich geht. aber ich fühle mich schuldig, weil ich es liebe, mich schuldig zu fühlen. und ich nehme das alles nicht mehr sehr ernst. ich schreibe nur darüber, aber das bin ich nicht mehr.

ich schreibe immer hinter meiner erfahrung her. meine erfahrung ist pure freude, mich in die alten schlammpfützen zu setzen und zu fühlen, wie es ist, dreckig zu sein.

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