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Dienstag, 4. Mai 2010

ich bin sicher

garret annofsky in seinem mai-webcast auf http://www.newbreath.net/ erzählte von einem seiner aspekte, der ihn vor einem unangenehmen ereignis beschützten wollte. das war im zusammenhang mit der teilnahme an einer mysterien-schule.

und als er seine geschichte erzählte, leuchtete was in mir auf und ein prozess begann zu fließen. ich habe einen teil in mir, der mich davor bewahren möchte, mich situationen auszusetzen, in denen ich lächerlich gemacht werde. und der will mich vor allem davor bewahren, zu shaumbra-treffen zu fahren.

der nächste anstehende termin ist im juli bei der midsummer conference des crimson-circle in münchen. ich hab gewusst, ich möchte dort hinfahren. aber ich sehe das haus, wo das stattfindet in münchen-grünwald und eine schwere überkommt mich. ich wollte mir ein zimmer reservieren, irgendwo in der nähe, aber die hotels dort stoßen mich ab. und im übrigen ist kein zimmer mehr frei. am liebsten würde ich am ufer der isar schlafen, in einem schlafsack. (vielleicht tue ich das ja)

es ist mir klar, ich habe einige erlebnisse gehabt, wo ich vor einer gruppe bloßgestellt wurde. und die alten mysterienschulen waren ein ort, wo diese situationen oft vorgekommen sind. na ja, ich hab vielleicht etwas gegen alte festungen, so wie dort in münchen, aber es gibt auch einen teil in mir, der nicht will, dass ich mich dort vor 300 spirituellen lehrern blosstelle. der erste schutz dagegen wäre natürlich , dass ich da nicht hinfahre. aber ich habe mich voller freude dafür entschieden.

wie mache ich also meinem traumatisierten teil klar, dass er sicher ist? ich verspreche ihm, dass ich ihn beschützen werde, auf eine neue art. ich bleibe in kontakt mit meiner seele und übergeb ihr diesen teil. es ist nur ein teil meine vergangenheit.

ich sehe mich in einem raum vor einer klasse und bringe kein wort heraus. mir fallen nicht mal die primitivsten sätze ein, mein verstand funktioniert nicht mehr, ich bin zu überflutet mit emotionen, um etwas sagen zu können. und ich kann mich nicht mehr verstecken. das ist mir z.B. in diesem leben in der grundschule passiert:

jemand hat eine dreckige unterhose gefunden, und ich sollte zu den "großen" gehen und fragen, wem die gehört. ich war schon geschockt, als ich ausgewählt wurde. ich war nie zuvor in dieser klasse und mein großer bruder war auch da drin. der direktor der schule war der lehrer dort. ich gehe also hinein, höre nur noch mein herz klopfen aus angst und halte die dreckige unterhose in die höhe. ich bringe kein wort heraus, meine kehle ist zugeschnürt. ich habe vergessen, was ich sagen wollte. ich habe mich so geschämt. es war die erste situation in meinem leben, wo ich aus meinem versteck getrieben wurde. freiwillig wär ich da nie hinausgegangen.

ich hab in der ganzen schulzeit fast nie von mir aus was gesagt. ich war unsichtbar. und ich krieg sofort kopfweh, auch jetzt noch, wenn ich über diese situation vor 40 jahren schreibe.

meine seele wirft mir einen rettungsring zu. er ist golden und er dreht sich in meinem bauch. sie spielt wie ein kind mit diesem reif und erinnert mich an die leichtigkeit und freude, mit der integration passieren kann. ich bin wieder im hier und jetzt, atme ganz normal mit meiner seele.

ich bin sicher und ich darf sicher sein!

Kommentare:

  1. Ohohoh,wie ich das kenne!
    Beim Märchenerzählen vor sechzig Leuten -ein blackout . .der Alptraum eines jeden Erzählers - und in der Schule. Steh da, weiß nicht, was ich gesagt habe, warum ich es gesagt habe und was überhaupt Thema ist.
    Shogun, du bist nicht allein . . lach . . aber was hilft`s jeder geht da für sich durch.
    Sollte ich in München teilnehmen, werde ich mich er-innern . .
    standhafte (im besten Sinn) Grüße . .

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  2. viola-annai, du bist eine sanfte fee, die verzaubern kann ...
    ich bin sehr geehrt, durch deine anwesenheit! so ist mein nicht alleinsein eine reine freude ...

    alles liebe
    martin-shogun

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  3. Gefällt mir der Text, schön einfühlsam beschrieben Martin, da sehe ich, dass sich der verletzte Teil gut und sicher fühlen wird. Ich gehöre zu denen in der Schule, die zwar auch Herzklopfen hatten, aber trotzdem immer vorne standen. An eine erstaundliche Szene erinnere ich mich (war zu einer Ausstellungseröffnung von mir 2006) da war mein Geist zu schnell und ich wollte langsam reden. Ich wollte, dass mich die anderen endlich mal verstehen... wollte Rücksicht nehmen und hab mich voll ausgebremst. Ergebnis: Totales Durcheinander.

    München habe ich zu spät mitbekommen, dachte überhaupt nicht daran, dass Geoff schon wieder anch Deutschland kommt und dann noch sooo nah. Aber wer weiß, vielleicht bekomm ich doch noch eine Karte! :-)

    Liebe Grüße an Euch
    Claudia


    Ich hab mich zu spät für München

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